Der Wochenmarkt

Es ist die Tradition schlechthin in Münster, der Wochenmarkt. Schon im 10. Jahrhundert begann mit ihm als eine kleine Kaufmannssiedlung etwas, das heute seinen festen Platz im Herzen Münsters hat. Wie kaum etwas anderes prägt der Markt seit Jahrhunderten die Stadt, angefangen mit kleinen Ständen bis hin zu einem vollen Domplatz und vielen weiteren kleinen Standorten. Wie auf dem Titelbild erkennbar besteht er aus vielen bunten Ständen, welche alle individuell zum Gesamtbild beitragen. In diesem Artikel werden wir in die historische Geschichte des Wochenmarkts eintauchen.

Geschichte

Wie bereits erwähnt, entstanden die Vorreiter des Marktes schon im Mittelalter, genauer gesagt ab dem 10. Jahrhundert. Diese Märkte waren noch sehr klein und einfach und verteilten sich über die heutige Innenstadt. Noch heute weisen viele Straßennamen auf damalige Stände hin, beispielsweise Roggenmarkt oder Alter Fischmarkt. Mitte des 12. Jahrhunderts erfolgte dann mit dem Bau einer neuen Marktstraße eine Erweiterung in Richtung Süden, der heutige Prinzipalmarkt entstand. Die Bauern der umliegenden Umgebung von Münster stellten die Versorgung des Marktes sicher, und so wuchs der Markt weiter und weiter. Um 1900 musste der Markt am Prinzipalmarkt und den angrenzenden Marktbereichen weitgehend dem aufkommenden Schienen- und Kraftwagenverkehr weichen, woraufhin der Hauptmarkt auf den Domplatz verlegt wurde. Während des zweiten Weltkriegs kam der Markt zum Erliegen und sollte erst wieder nach der Währungsreform 1948 in Betrieb genommen werden. Aufgrund der Kriegshandlungen waren allerdings einige Plätze nach Kriegsende nicht mehr nutzbar, sodass neue Orte für den Handel festgelegt werden mussten. Neben dem Domplatz, auf dem nun wieder der Hauptmarkt stattfand, wurden nun auch der Platz am Schützenhof (Geiststraße/Sentmaringer Weg) und der Hubertiplatz für Wochenmärkte genutzt. Nachdem in den 70er- und 80er-Jahren auch noch die Gemeinden Roxel, Kinderhaus, Wolbeck, Coerde, Handorf, Gremmendorf und Hiltrup eingemeindet wurden, entstanden zusätzlich weitere Stadtteilmärkte.

Hier zu sehen ist der Roggenmarkt, welcher zusammen mit dem Alten Fischmarkt einer der ältesten Märkte der Stadt ist, im Hintergrund steht die ehemalige Marktkirche St. Lamberti.

© STBR

Der Markt heute

Mit rund 150 Ständen ist der Wochenmarkt auf dem Domplatz heute der größte in Münster. Im Angebot findet sich so ziemlich alles, von Obst und Gemüse, Fisch und Meeresfrüchten über Gewürze, Öl und Antipasti bis hin zu dutzenden Käsesorten, Fleisch, Wurst, Geflügel und Wild. Zudem breitet sich vor allem im Sommer ein riesiges, duftendes Blumenmeer über dem Domplatz aus, welches von den Ständen einiger Floristen ausgeht. Das vorwiegend regionale Angebot wird ergänzt durch echt holländische Lakritz, Korbwaren und Modeschmuck sowie etliche Textilprodukte. Für den Hunger nach dem Einkauf bieten außerdem zahlreiche Imbisse Backfisch, Bratwurst oder auch Reibekuchen an. Alles in allem bildet sich so ein buntes Angebot und es ist für jeden etwas dabei.

Hier zu sehen ist ein Teil des Prizipalmarkts. Dieser diente früher zum Markthandel, heute beherbergt er vor allem viele feste Geschäfte.

© Rüdiger Wölk

Quellen: